Ich arbeite im Dachgeschoss und sitze direkt am Fenster. Das ist im Sommer manchmal eine Herausforderung, immer wieder aber auch sehr schön. Denn ich sehe die Schneeflocken tanzen und die Blätter der Bäume im Wind umhersausen und manchmal auch das Abendrot in der Ferne. Das tut gut, wenn ich nicht die ganze Zeit stur auf meine Arbeit blicke, sondern auch daran teilhaben kann, was um mich herum geschieht. Als ich an einem Winternachmittag noch einen Auftrag fertigstellen wollte, führte der Himmel gerade ein gleißend rotes Schauspiel auf. So schön, dass ich zugesehen habe, bis das Orangerot langsam in ein Lilablau wechselte. Eine schöne und ruhige Stimmung, bis mein Outlook-Kalender diese jäh durchbrach. Irgendwie war die Atmosphäre dann schlagartig futsch.

Solche Momente gibt es immer wieder, vielleicht kennst du sie auch. Zum Beispiel, wenn du einen ruhigen Spaziergang genießt und dein Telefon klingelt. Oder wenn du eine harmonische Situation beobachtest, aber schnell weiter zum nächsten Termin musst.

Nimm dir Zeit für Wunder

Ich habe oft das Gefühl, dass wir nur noch von To-do zu To-do hetzen. Warum steht im Terminkalender nicht einfach mal „Den Moment genießen?Weil das ohnehin nur ganz unten auf der Liste steht? Schade eigentlich. Ehrlich, ich glaube, wir sollten uns das fest einplanen, sonst fällt es komplett hintenüber.

Warum eigentlich? Weil wir in der Zeit nichts „geschafft haben“? Weil wir kein Häkchen auf unsere ohnehin permanent wachsende Aufgabenliste setzen können?

Weil wir nichts vorzuweisen haben?

Das finde ich sehr schade. Ich neige auch oft dazu, meine Liste viel zu vollzustopfen, weil ich das Gefühl etwas erledigt zu haben durchaus schätze. Aber manchmal tut es auch einfach gut einen Moment Ruhe zu haben, die nicht vom erhobenen Zeigefinger der Verpflichtungen durchschnitten wird. Vielleicht trägst du dir einfach mal eine halbe Stunde „im Hier und jetzt sein“ in den Kalender. Meiner Meinung nach hättte das bei jedem von uns einen festen Platz verdient.

Den Auftrag hatte ich übrigens auch noch beendet, keine Frage. Für den spielte es aber schlichtweg keine Rolle, ob er ein paar Minuten vor oder nach dem Sonnenuntergang fertig wurde.

 Wann habt ihr euch das letzte Mal bewusst Zeit für den Moment genommen? Erzählt doch mal. 🙂

 

 

 

 

 

 

Mehr Wertschätzung für Wunder

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