Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Das sagte Erich Kästner einst und dass er recht hat, wissen wir alle. Trotzdem tun wir oft nichts sondern verharren in unserer Komfortzone. Da, wo wir uns auskennen und eben den sicheren Spatz in der Hand haben und uns mit ihm begnügen, als wieder mal erfolglos der fernen Taube auf dem Dach nachzujagen. Aber wenn wir wirklich dorthin möchten, wo „the real Magic happens“ (noch so ein geflügeltes Wort ;-)), müssen wir uns bewegen und unsere Ziele endlich umsetzen. Nein, halt, wir dürfen!

  

Warum du deine Ziele einfach nicht umsetzen kannst

Lass es uns gar nicht so platt machen wie es unsere Neujahrsvorsätze Jahr für Jahr sind. Regelmäßig wünschen sich Millionen Menschen endlich abzunehmen, mehr Sport zu machen, endlich beruflich aufzusteigen oder mit dem Rauchen aufzuhören. Tatsächlich scheitern fast alle diese Vorhaben innerhalb der ersten Wochen und niemand schafft es, seine Ziele endlich umzusetzen. Warum? Weil die Vorhaben es nicht über den Status des Wunsches hinaus schaffen und zu echten Plänen werden. Weil wir uns wünschen, dass alles besser wird, aber so bleiben soll, wie es ist. Dass das eine Milchmädchenrechnung ist, siehst du auf den ersten Blick. Und trotzdem gehen wir alle Tag für Tag dieser einen Milchmädchenrechnung auf den Leim. Wir reden uns damit raus , dass wir einfach nicht so sind oder uns eben andere Dinge wichtiger scheinen. Das kann auch sein, aber es ist immer nur die habe Wahrheit. Du setzt deine Ziele also nicht um, weil du nichts tust. Du wünschst dir nur, du tust nicht! Sorry, ich finde es auch hart und stecke genau wie du immer wieder in diesem Dilemma, aber so ist es. Trotzdem muss es nicht so bleiben!

  

Diese 4 Ängste hindern dich daran, deine Ziele endlich umzusetzen

Selbsterkenntnis schön und gut, aber was machen wir jetzt daraus? Ich möchte dich einladen, noch genauer hinzusehen. Glaub mir, ich mach es auch nicht gerne, denn ich kenne das alles nur zu gut. Ich nehme mir auch viel vor und setze davon zu wenig um. Dann bin ich sauer auf mich selbst und gebe auf. Fange wieder an. Nehme mir vor, jetzt endlich meine Ziele umzusetzen und so weiter und so fort. Kennst du, nicht wahr? Vielleicht hilft dir dann ein Blick auf diese vier Ängste, die ziemlich sicher an unserem Dilemma beteiligt sind.  Denn wenn wir sie erst einmal ans Licht bringen, werden wir sie auch besser los.  

 

Angst 1: Es könnte klappen!

Wie bitte? Ich werde nicht aktiv, weil ich Angst davor habe, dass ich tatsächlich erfolgreich sein könnte? Ja, es klingt wirklich paradox, aber ich denke, das ist eine der größten Ängste. Die Angst vorm Erfolg hindert uns daran unsere Ziele endlich umsetzen zu können. Aber warum? Stell dir doch mal vor, was wäre, wenn du endlich mit dem Rauchen aufhörst. Was bedeutet das insgesamt für dich? Bedeutet es nur, endlich die Lunge nicht mehr mit Nikotin vollzupaffen, sondern vielleicht auch in der Pause nicht mehr mit den Kollegen zusammen in lustiger Runde zu stehen, zu quatschen und eben nebenbei eine zu rauchen? Bedeutet es, den neuen Job mit 10.000 € mehr im Jahr wirklich nur mehr finanziellen Spielraum oder auch, dass du dann weniger Zeit für deine Hobbys hast? Die Angst vor dem Erfolg ist dein erster Prüfstein, der dir hilft zu verdeutlichen, ob du es wirklich genug willst oder ob dir die Konsequenzen des Erfolgs zu viel wären.

Also, visualisiere was wäre, wenn es wirklich klappt und setze dich mit diesen visualisierten Folgen auseinander. Willst du es trotzdem noch? Dann lass dich nicht länger aufhalten und fang an deine Ziele umzusetzen.

 

Angst 2: Es könnte nicht klappen, sondern schlimmer werden.

Oh ja, auch so ein Bremsklotz unter den Glaubenssätzen. Was, wenn ich nicht die erhofften 10 Kilo abnehme, sondern durch den bösen Jo-Jo-Effekt danach 15 wieder zunehme? Was, wenn mein Businessplan doch nicht so gut ist und ich mich danach arbeitslos melden muss? Wenn es darum geht uns an der eigenen Umsetzung zu hindern, können unsere inneren Zweifel verdammt düstere Bilder malen. Hier hilft es, dir wirklich zwei Fragen zu stellen:

  • Was, wenn es so bleibt?
  • Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Die Angst vorm Scheitern bremst uns manchmal so sehr, dass wir nicht einen einzigen winzigen Schritt nach vorne gehen. Aber wen du diesen einen Schritt nicht gehst, bleibt alles, wie es ist. Was bedeutet das für dich? Willst du das? Willst du das wirklich inklusive aller Konsequenzen? Willst du eigentlich lieber dort bleiben, wo du bist, weil du Angst hast?

Oder wäre es nicht zumindest einen Versuch wert? Was kann im schlimmsten Fall passieren? Was, wenn du die 10 kg abnimmst, aber wieder 15 kg zu? Dann hast du am Ende 5 kg mehr als jetzt. Wäre das ein Weltuntergang für dich oder ist es ein Risiko, das du in Kauf nehmen kannst, um es doch noch einmal zu versuchen? 

Eine mögliche erste Hilfe gegen diese Angst ist ein Vertrag mit dir selbst. Setze dir einen Meilenstein, bis zu dem hin du es einfach versuchen möchtest. Also beispielsweise 10 Kilo nehme ich ab und gebe alles dafür, dass es klappt. Wenn du scheiterst, dann hat es eben nicht gekappt. Aber so viel mehr Schlimmeres darfst du in den allermeisten Fällen nicht erwarten. Wenn dein Business nicht so läuft, wie du möchtest, dann ist das bitter, aber nicht das Ende der Welt. Was wäre der schlimmste Fall? Dass du arbeitslos bist und dich neu bewerben müsstest? Ok, nicht die Idealvorstellung aber vielleicht ebenfalls ein Risiko, das du in Kauf nehmen könntest, oder? 

 

Angst Nr. 3: Ich könnte mich selbst verändern

Meist wünschen wir uns andere Umstände, möchten selbst aber so bleiben, wie wir sind. Das funktioniert nicht beides zusammen! Wenn du selbst mehr Sport betreiben möchtest, dich aber als total nette Couch-Potatoe echt sympathisch findest, musst du dich wohl oder übel für einen der Wege entscheiden. Trenne deine Verknüpfungen und hinterfrage sie. Couch-Potato und sportlich geht nicht. Sportlich und sympathisch aber sehr wohl. Frage dich, welche Werte du an dir schätzt und du dir in jedem Fall bewahren möchtest. Oft erkennst du hierbei ganz schnell, dass du diese Werte durch eine Veränderung nicht verlieren wirst. Du wirst dich verändern, ganz gewiss, aber du wirst weder dich noch deine Werte verraten. Im Gegenteil kommst du dir selbst sogar näher, wenn du diese blöde Angst vor der Veränderung in ihre Schranken weist. Überstürze nichts, sondern gehe in deiner Geschwindigkeit. Und wenn dein Tempo langsam ist, dann geh langsam. Aber geh! 

 

Angst Nr. 4: Ich könnte nicht mehr dazugehören

Besonders Frauen leiden unter dem sogenannten Krabbenkorb-Effekt. Diese alte Theorie besagt, dass alles gut ist, so lange alle Krabben im Korb sind. Sobald sich eine aber daraus wegbewegt, holen die anderen sie zurück. Es gilt das Prinzip der Gleichmacherei. Alle sind gleich gut und niemand ist besser. Dieses Prinzip haben viele Menschen so sehr verinnerlicht, dass sie große Angst davor haben, aus dieser Zone, ihrem persönlichen Krabbenkorb, auszubrechen. Dahinter steckt möglicherweise auch die Angst vor Ablehnung. Was wäre denn, wenn du den tollen Job hast und plötzlich mehr verdienst als dein Mann? Würde ihn das kränken? Würden andere Frauen dich beneiden? Was, wenn du die erste in der Familie bist, die ins Ausland geht und dort arbeitet? Wären die Reaktionen wirklich nur positiv?

Auch hier gilt es wieder: Stecke eine rote Linie ab! Was würden diese möglichen negativen Reaktionen für dich bedeuten? Könntest du mit ihnen leben, wenn dafür im Umkehrschluss aber dein Wunsch in Erfüllung ginge und du dein Ziel umsetzen könntest? Oder ist dir dein Wunsch das nicht wert? Visualisiere, was sein könnte, um herauszufinden ob du es wirklich willst. 

 

 Ziele endlich umsetzen

So kommst du in die Umsetzung

Weißt du, ich fühle mich mit diesem Blog oft so, als würde ich Wasser predigen und Wein trinken. Denn nein, ich setze das alles, was ich hier schreibe keineswegs selbst zu 100% um, sondern übe mich täglich darin, achtsamer zu werden und darin meine eigenen Hindernisse zu erkennen und aus dem Weg zu räumen. Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir sage, dass ich dabei auch verdammt oft scheitere. Manchmal aber auch nicht und genau diese Erfolgserlebnisse sind es wert, es zu versuchen. Ich sehe mich deshalb auch nicht als dein Coach, sondern als eine Wegbegleiterin, die genau das, was du gerade kennst, auch kennt. Lass uns gerne ein Stück des Weges gemeinsam gehen. 

Also, beginne mit der Umsetzung! Gehe den ersten Schritt. Er muss nicht riesengroß sein, du musst nicht morgen Marathon laufen und auch nicht übermorgen deinen Chef ablösen. Aber du kannst einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Gehe heute mal eine Runde länger laufen als sonst oder lies dich heute mal in das Thema ein, das dich schon lange interessiert, das du aber immer vor dir hergeschoben hast. Nur heute. Nur ein Schritt. Und das tust du morgen wieder. Und wenn es geht übermorgen, wenn nicht, dann am Tag danach. Und nach einigen Wochen schaust du zurück und machst dir bewusst, was du schon alles geschafft hast. Hinterfrage wieder: Ist es mir das wert? Möchte ich diesen Weg weitergehen? Wenn ja, dann geh! Wenn nicht, schau, ob dir eine der vier Ängste im Nacken sitzt oder lass los, was du nicht wirklich möchtest. 

 

Fake it till you make it

Du hast keine Ahnung, wie der erste Schritt aussehen könnte? Probier es aus. Mach das, was du denkst und geh den Schritt, der gefühlt der richtige sein könnte. Verkompliziere die Dinge nicht, denn das schürt die Versagensängste umso mehr. Wirklich, du musst dir nicht zu 100 % sicher sein, dass dein Weg funktionieren wird, du darfst ausprobieren. War es gut, mach so weiter. War es das nicht, ändere die Richtung. Manchmal gewinnst du, manchmal lernst du. Aber wenn du immer weiter lernst, gewinnst du am Ende, das ist gewiss! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg!

Welche dieser 4 Ängste hindert dich an der Umsetzung?

2 Gedanken zu „Welche dieser 4 Ängste hindert dich an der Umsetzung?

  • 9. Mai 2018 um 12:19
    Permalink

    Ein wirklich inhaltlich gelungener Artikel, der es auf den Punkt bringt: Wir haben Angst. – Woher kommt das? Auch darauf lieferst Du einige Antworten. Ganz besonders freut mich das Angebot, ein Wegbegleiter zu sein.
    Ich frage mich: Warum fällt es uns so schwer, für uns selbst einzustehen? Klar zu sagen „ja oder nein“ – Nichtstun ist auch ein Nein. Entscheidungen nicht zu treffen kann unheimlich belastend sein. Und aktiv an einem persönlich wichtigen Thema zu arbeiten kann so sehr befreien!
    Manchmal sind erste Schritte sogar kein Problem. Die zweite oder dritte Hürde, wenn es so richtig konkret wird, haben mir schon dreimal den Teppich weggezogen. Eine Trockenübung – zum Beispiel nen Business Plan zu entwerfen, kein Ding. Erste Gespräche führen, sogar tolles Feedback zu erhalten, kein Problem. Ich bin sogar auf eigene Kosten ins Ausland gereist zu einem Meeting! Und doch habe ich es bleiben lassen.
    Doch dann steht ein Punkt auf der Liste, der als „Point of no return“ erscheint. Und schon ist sie da. Die Angst, zu scheitern. Die vermeintliche Sicherheit dem offenen Meer vorzuziehen ist aber die Garantie, es später zu bereuen.
    Und so suche ich derzeit nach Wegen, einen sicheren Hafen zu haben, und parallel etwas eigenes aufzubauen. Denn ich trage Verantwortung für mein Kind. Dieses Zweischneidige ist manchmal hart und zehrt mich förmlich aus. Aber es ganz zu lassen, kommt nicht in Frage. Ich drehe mich im Kreis – so fühlt es sich an.
    Es ist an der Zeit, zu handeln. Denn Nichtstun ist auch eine Entscheidung. Und wie war das gleich? Mut ist, es trotz der Angst zu tun…

    Antworten
    • 9. Mai 2018 um 12:50
      Permalink

      Hallo Ben,
      danke für deinen Kommentar. E freut mich total, dass du was für dich mitnehmen konntest. 🙂

      Das Pendeln zwischen „sich was aufbauen“ und „die sichere Variante wählen“ kenne ich auch und ich sehe es wie du: Es geht beides, verlangt uns aber auch viel ab. Entscheidend ist hier für mich, dass ich nicht ständig vergleiche, wie schnell die anderen sich was aufbauen, wie gut es bei denen schon läuft etc., sondern nur auf mich gucke. Und das eigene Projekt nur so lange und inensiv verfolge, wie es mir gut tut. Das ist ziemlich schwierig, weil ich auch notorisch ungeduldig in solchen Dingen bin, aber am Ende der beste Weg für mich.

      Und ja, auch der zweite und dritte Schritt sind noch schwierig (auch der zehnte *seufz*). Leider habe ich da kein Patentrezept für, aber deine Erfahrung, dass du es am Ende bereust umgekehrt zu sein, hilft dir vielleicht beim nächsten Mal eben doch noch ein kleines bisschen mutiger zu handeln. Ich wünsche es dir sehr, dass du ohne Druck genau so weit kommst, wie du es möchtest! 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.