Kennst du Tage, an denen dir abends plötzlich auffällt, dass du keine einzige ruhige Minute hattest, um nachzudenken? Dass du vor lauter Terminen, Verpflichtungen mit Job und Kindern und allem, was sonst noch auf dich einprasselte, den ganzen Tag nur „getan“ hast? Getan, ohne einen Moment innezuhalten? Gerade introvertierte Menschen brauchen Zeit und Raum ohne belastende Eindrücke von außen. Wenn dann aber permanent das Handy klingelt, dein Kunde auf deinen Rückruf wartet, du noch ein Angebot fertigstellen musst, während der nächste Call dir schon im Nacken sitzt, dann kommst du nicht zur Ruhe. Du verlierst dich sprichwörtlich in der Hetzerei. Das kann mal klappen, auf Dauer ist das aber Gift für jeden und für leise Menschen ganz besonders belastend. Und die genialen Ideen, die wir so dringend bräuchten, kommen ohnehin genau dann, wenn wir sie gerade nicht erzwingen wollen. Es spricht also viel dafür, dem Alltagsstress den Riegel vorzuschieben.

 

Einen Moment Nichtstun

Wie kommst du da nun aber raus? Wie kannst du diese Spirale durchbrechen? Neale Donald Walsch, Autor des Weltbestsellers Gespräche mit Gott (Werbelink*) gab dazu ein ganz bemerkenswertes Interview. Im Gespräch mit Laura Seiler sagte er, dass alleine zehnsekündige Atempausen dein Leben komplett verändern können. (Falls dich das Gespräch interessiert: Hier gibt es das Interview als Podcast zum Nachhören.)

 

 

Wie bitte, zehn Sekunden? Tatsächlich! Neale Donald Walsch sagt, dass es gar nicht so sehr um die Dauer dieser Zeitspanne geht, sondern um die Regelmäßigkeit. Denn wenn du den ganzen Tag unter Kunden oder Kollegen bist, kannst du natürlich nicht plötzlich aufstehen und für eine halbstündige Meditation verschwinden. Das wäre schön, ist aber weltfremd. Die von Neale Donald Walsch vorgeschlagenen zehn Sekunden hast du aber immer. Im Büro, in der U-Bahn, ja sogar mitten im Meeting. Kein Mensch wird sich wundern, wenn du dich im Publikum sitzend kurz abwendest und für zehn Sekunden abschaltest.

 

Können 10 Sekunden tatsächlich alles verändern?

Zugegeben, die von Neale Donald Walsch vorgeschlagenen zehn Sekunden sind sehr kurz. Sie sind wohl der kleinste gemeinsame Nenner von stressigem Alltag und dem Wunsch mehr zu sich selbst zu finden. Wenn du kannst, nimm dir fünf oder zehn Minuten, wenn das aber nicht geht, dann eben mehrmals täglich diese zehn Sekunden. Dass du dir diese Zeitspannen regelmäßig nimmst, ist wichtiger als ihre Länge.

 

Anleitung zum Nichtstun

Braucht es tatsächlich eine Anleitung zum Nichtstun? Nun ja. Versuch einfach mal bewusst an gar nichts zu denken. Das klingt banal, ist aber tatsächlich sehr schwer, wenn du es zum ersten Mal versuchst. Die Gedanken an tausende Dinge schwirren umher und lassen dich kaum zur Ruhe kommen. So viel, was noch zu tun wäre, so viel, das noch auf deiner To-do-Liste steht: Im Kopf entsteht quasi ein Wettkampf um den ersten Platz auf deiner Aufmerksamkeitsrangliste. Warum ist das so? Wir hetzen im Alltag – gerade in unserer Multitasking-Arbeitswelt – von einem Gedanken zum nächsten und überschlagen uns dabei fast. Das ist belastend und unglaublich kräftezehrend. Die Zehn-Sekunden-Übung hilft dir dabei, bewusstes Abschalten zu trainieren.

 

Zehn Sekunden Gedankenpause

Schließe deine Augen und atme einfach tief durch. Konzentriere dich auf nichts außer deinen Atem. Wenn du merkst, dass sich ein Gedanke in den Vordergrund drängt, dann nimm das wahr und lass ihn weiterziehen. Werte nicht, atme nur! Im Grunde sind diese kurzen Atempausen Mini-Meditationen für den Alltag. Wenn es dir möglich ist, kannst du sie verlängern – aber auch kleine Einheiten sind wohltuend. Es ist tatsächlich eine Kunst in unserer lauten Welt Momente der Stille zu finden. Und wenn dir das gelingt – auch wenn es nur für zehn Sekunden sein soll – wirst du enorm davon profitieren.

Studien haben nachgewiesen, dass Meditation sogar gegen Schmerzen und Angstzustände helfen kann. Madhav Goyal von der Hopkins University School of Medicine in Baltimore hat eine Reihe randomisierter Studien zusammengefasst und kam zum ersten Ergebnis, dass regelmäßige Meditationen einen ähnlichen Effekt haben können wie Antidepressiva. (Das Ärzteblatt berichtete hier von Goyals Arbeit.)Diese Studien gaben erste Hinweise, das Forschungsfeld ist aber noch jung und es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Wissenschaftler noch über die Effekte von Meditationen gewinnen werden. Aber hey, wenn ein paar Minuten Ruhe und sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren positive Effekte haben können, ist das doch zweifelsohne einen Versuch wert.

 Probier es einfach aus und finde heraus, ob dir diese kurzen Atempausen im Alltag helfen. 

 

*der gekennzeichnete Link ist ein Werbelink. Wenn du über diesen Link kaufst, bleibt für dich alles gleich, natürlich auch der Preis, und ich bekomme für meine Empfehlung eine kleine Provision. 

Vor lauter Tun nicht zum Denken kommen: die Zehn-Sekunden-Pause

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