Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, was dich eigentlich glücklich macht? Oder wann und wie du dieses Glück erfährst? Wann du es wirklich und wahrhaftig spürst? Wenn ich mich an Momente erinnere, in denen ich mich glücklich fühlte, haben alle eines gemeinsam; es waren durchweg stille Augenblicke. Manchmal sind sie mit lauten Dingen, mit Erlebnissen und Reisen verbunden, aber wirklich wahrhaftig wurde das Glück erst im Stillen, wenn Ruhe eingekehrt war. Das vermeintliche Nichtstun ist also keineswegs nichts, sondern enorm viel!

Stille genießen Lindgren

 

Geh in dich und öffne dein Herz

Ich denke, dass wir Glück überall erleben können, aber es offenbart sich uns erst, wenn wir ganz still werden. Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen und an nichts anderes denken, als daran zu sein. Das klingt jetzt ziemlich esoterisch, deshalb lass es mich auf eine andere Ebene heben.

Viele Eltern erzählen, dass die Geburt ihrer Kinder einer der schönsten und glücklichsten Momente in ihrem Leben war. Aber welcher Moment genau war es? War es tatsächlich die Geburt selbst? Oder war es vielmehr die erleichterte Erschöpfung danach, während der das Kind im Arm liegt, wir durchatmen und wissen, dass jetzt alles gut ist? Das Leben mit Kindern wird oft mit Glück assoziiert, aber welche Augenblicke sind es, die wir als besonders glücklich erleben? Für mich sind es auch hier die stillen Zeiten. So ganz unscheinbare Dinge wie das Gänseblümchen, das ich in die Hand gedrückt bekomme und danach in strahlende Kinderaugen blicke. Das aneinander geschmiegt sein, wenn der Kratzer am Knie langsam weniger schmerzt und der Trost heilsam wirkt.

Woran erinnerst du dich besonders gerne zurück? An den anstrengenden Aufstieg beim Wandern oder an den stillen und erhabenen Moment auf dem Gipfel, in dem du den Fernblick genossen hast? An deine eigene Rede während der Hochzeitsfeier oder an die von Liebe durchtränkten Blicke während des ersten gemeinsamen Tanzes? Erinnerst du dich besonders an deine erste Präsentation vor vielen Leuten? Oder an den Stolz, der sich nach dem letzten Satz in dir ausbreitete?

 

Nimm dir Zeit für das Glück

Stille und Glück sind eng miteinander verwoben. Das bedeutet nicht, dass wir alles Laute, Grelle und Aufregende ablehnen müssen. Aber um den wahrhaftigen Glücksmoment auch ins Herz lassen zu können, brauchen wir oft die Stille. Wenn wir nun den ganzen Tag von A nach B hetzen und uns zu viele Lasten aufschultern, dass wir sie kaum tragen können, berauben wir uns selbst und nehmen uns das wohl Kostbarste, das wir haben: unser eigenes Glück spüren zu können. Denn wirklich schön wird es dann, wenn wir es tief in uns drin wahrnehmen und nicht nur faktisch wissen, dass es da ist.

Genau diese Momente haben einen besonderen Zauber, weil sie das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen und das Glück ganz klar zu uns durchlassen. Also nimm dir die Zeit für ruhige Momente, dann kannst du spüren, wie wertvoll dieses „einfach nur vor sich hinschauen“ tatsächlich ist. Also hab kein schlechtes Gewissen, wenn du einfach bei dir bist und nach außen hin nichts zu tun scheinst – in dir drin nährst du das Wichtigste, das du hast: dein Glück.

Gedicht in der Stille

 

Rette still die Welt

„Wir brauchen die Stille, um Herzen anzurühren.“ (Mutter Teresa)

Sich Zeit für sich selbst und die bewusst erfahrene Stille zu nehmen, ist keineswegs egoistisch, sondern existenziell wichtig für dich selbst und die Welt um dich herum. Denn nur dann, wenn wir wissen, wie sich Glück tatsächlich anfühlt, wenn wir auch mal unter die Oberfläche tauchen und spüren, worum es wirklich geht, können wir auch Empathie für andere entwickeln. Und wenn uns das gelingt, machen wir die Welt ein riesengroßes Stück besser.

 

Wie du durch Nichtstun dich und die Welt rettest

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