04Neulich habe ich ein Interview mit der Schauspielerin und Inklusions-Aktivistin Carina Kühne gesehen, das mich sehr beeindruckt hat. Ihr Blick auf die Welt war so berührend, dass ich dir unbedingt von ihr erzählen möchte. Carina wurde mit dem Down-Syndrom geboren, mit Trisomie 21. Davon hast du sicher schon gehört und hast irgendeine mehr oder weniger feststehende Meinung darüber, wie Menschen mit dem Down-Syndrom wohl leben mögen. Das hatte ich auch, wenn auch ein eher vages Bild. Dieses Bild geriet durch Carinas Geschichte komplett ins Wanken. Sie hat eine Regelschule besucht und erfolgreich abgeschlossen, sie arbeitet als Schauspielerin, sie spielt Klavier und sie kann so unendlich viel, vor allem mit ihrer packenden Lebensfreude Herzen berühren. Was aber fokussierten die Menschen um sie herum in all den Jahren immer wieder? Genau das, was sie eben nicht kann. Sie hatte mit so vielen Widerständen zu kämpfen; ihr wurde schlichtweg unter dem Stempel Down-Syndrom nichts zugetraut. Und sie hat alle eines Besseren belehrt. Klar, manche Dinge kann sie nicht. Aber das geht dir und mir doch genauso, nicht wahr? Wir alle haben oder können etwas nicht, das ein anderer Mensch kann. Wir alle könnten uns darauf fokussieren und uns selbst schlecht reden, weil X oder Y fehlt. Aber hey, A bis W sind da und das ist doch eine beachtliche Menge!

Carina selbst schreibt auf ihrer Website: „Eigentlich sind doch alle Menschen anders. […]Fast jeder Mensch hat doch ein Defizit. Auch ohne Down-Syndrom kann nicht jeder Abitur machen und studieren. Keiner weiß, ob ihm morgen nicht ein Stein auf den Kopf fällt. […]Ich habe auch einen Kopf, einen Körper, zwei Arme, zwei Beine, zwei Hände, zwei Füße, zehn Finger, zehn Zehen, Haare, Augen, Nase und Mund wie fast alle Menschen.“ Und weiter: „Ich fühle mich nicht behindert, werde aber manchmal von meinen Mitmenschen behindert.“ 

 

Fokussier dich auf deine Gaben! 

Sie hat so recht! Fast jeder hat ein Defizit. Aber jeder trägt auch so viele Gaben, Talente und Geschenke vom Leben und an seine Mitmenschen in sich. Wäre es nicht viel schöner, wir würden diesen mehr Beachtung schenken? Buddha sagte, wir formen mit unseren Gedanken die Welt. Nun steht es uns Tag für Tag frei zu wählen, wie wir unsere eigene Welt erschaffen möchten. Es wird immer etwas geben, was wir nicht haben. Aber daneben stehen so viele Geschenke und wunderbare Dinge im Leben, denen wir ein bisschen mehr Beachtung schenken dürften. Carina ist dafür ein leuchtendes Beispiel, finde ich.

 

fülledenken gedicht

Weg vom Mangeldenken: Lass uns feiern, was wir haben!

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