Angaben im Sinne der Barrierefreiheit: Das Hintergrundbild des Gedichtes zeigt einen Traumfänger im Abendlicht.

Text des Gedichtes:

Laut
Weißt du, worum wir uns selbst betrügen,
wenn wir von Erfolg zu Erfolg hin lügen?
Wenn wir Glück in Umsatzzahlen messen
und uns dabei selbst vergessen?

Wenn wir im Außen Trophäen jagen,
das eine um das andere Statussymbol haben,
wenn wir hetzen und rennen und immer höher springen
und überhaupt keine leisen Lieder mehr singen?

Wenn wir alle laut sind, denn wer laut ist gewinnt,
auch wenn einer im Lauten sich selbst nicht mehr kennt.
Wenn wir besser gestern als heute das Jahresziel haben,
kurz nicken und los geht’s zu den nächsten Aufgaben.

Ja, weißt du, was wir uns selbst dabei stehlen?
Was soll das sein, was wird uns dann fehlen?
Siehst du, was im großen Ganzen verhallt,
während „Mach einfach!“, „Go for it!“, „Work harder!“ erschallt?

Wir nehmen uns die vielen Wunder:
das Meeresrauschen, den Duft von Holunder,
das sanfte Streicheln des Sommerwindes,
das Lachen deines eigenen Kindes,
das Sterne zählen und Wolken jagen,
das Luftschlösser bauen und Visionen wagen,
das Stille erleben und uns selbst spüren,
dass wir statt des Verstands unsere Herzen berühren.
Wenn wir wissen, wer wir waren und nach wie vor sind,
sehen wir, dass Leben viel mehr ist als ein hektischer Sprint.

Gedicht: Laut

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