Achtsamkeitsübung mit Kindern Pusteblumen-Reise

Mit Kindern ist es gar nicht so einfach, nur eine Sache auf einmal zu machen und sich nicht in der Alltagshektik zu verlieren. Denn wenn der Große zum Schlagzeug muss, die Kleine gleich zum Fußball geht und der Mittlere zwischendrin noch Judo-Training hat, während wir Erwachsenen irgendwie dazwischen umherflitzen, scheint nichts ferner zu sein als ein ruhiger Moment. Trotzdem ist genau dieser Moment so wichtig! Wenn du mit deinen Kindern mehr Achtsamkeit im Alltag leben möchtest, kannst du mit kleinen Übungen immer wieder kurze Verschnaufpausen schaffen. Das beeinträchtigt den Alltag überhaupt nicht, sondern entzerrt ihn sogar noch, weil du endlich einmal raus aus dem Hamsterrad kommst.

Die Pusteblumen-Reise

Diese kleine Übung eignet sich besonders für kleinere Kinder im Kindergartenalter, kann aber auch noch Grundschulkindern und auch Erwachsenen Spaß machen. Alles, was ihr braucht, ist ein bisschen Zeit und eine Pusteblume. 

1. Schritt:

Sucht euch eine Pusteblume, pflückt sie aber noch nicht. Schaut euch an, wo sie wächst. Wie viel Sonne bekommt sie? Hat sie Pusteblumen, die direkt neben ihr wachsen oder steht sie eher alleine? Wachsen dort noch andere Blumen? Tauscht euch aus, was ihr zum Standort der Pusteblume bemerkt. Hier darfst du gerne auch den Kleinen das Wort überlassen und schauen, was ihnen auffällt. Zwei Minuten Schauen und Erkunden sind ein guter Richtwert. Achtet auf alle Details, die euch auffallen und interessant erscheinen. 

2. Schritt:

Seht euch die Pusteblume nun von Nahem an; dazu kann sie stehenbleiben oder gepflückt werden. Hat sie noch alle Schirmchen oder fehlen schon einige? Wie sehen die Samen mit ihren Schirmchen aus? Wie fühlen sie sich an? Wie fühlt sich der Stängel an? Hat die Pusteblume vielleicht sogar einen Duft? Wie fühlt es sich an, wenn ihr mit ihr über eure Hand streicht? Sammelt und betrachtet ganz in Ruhe. Nehmt euch wieder etwa zwei bis drei Minuten Zeit für diesen Schritt.

 

3. Schritt:

Das Kind pustet die Samen nun fort. Schaut, wohin sie fliegen, Wo lassen die sich nieder? Fliegen manche weiter als andere und wie genau kommen sie wieder auf dem Boden auf? Hängen manche noch aneinander? Wohin trägt der Wind sie? Verfolgt die Reise der Samen und beobachtet, wie aus der vorhin noch kompakten Kugel viele kleine Teilchen geworden sind. Wie beschreibt dein Kind den Flug? Was fällt ihm auf? Was kannst du vielleicht ergänzen?

 

4. Schritt:

Überlegt gemeinsam, wohin der am weitesten fliegende Samen wohl reisen könnte. Spinnt euch eine kleine Geschichte zusammen, was der Pusteblumensamen wohl erlebt und wo er vorbeikommen mag. Drei, vier Stationen oder auch mehr, könnt ihr euch überlegen und eine kleine Phantasiereise unternehmen. 

 

Die Pusteblumenreise ist nun zu Ende. Glücklicherweise sind die Wiesen voller Pusteblumen und laden dazu ein, diese Übung immer wieder mal zu machen. Oder auch nur beim Anblick einer Pusteblume kurz durchzuatmen und den Moment wahrzunehmen.

Was bringt die Übung im Alltag mit Kindern?

Diese kleine Achtsamkeitsübung ist eine schöne Unternehmung mit Kindern, aber sie hat darüber hinaus vor allem einen riesigen Vorteil: Ihr fokussiert euch auf eine einzige Sache. Dadurch, dass ihr eure ganze Aufmerksamkeit auf die Pusteblume und ihre Reise richtet, bringt ihr das Gedankenkarussell zum Stehen. Denn gerade im Alltag mit Kindern rotieren zahlreiche Aufgaben, Termine und Erledigungen in unseren Köpfen, die uns kaum durchatmen lassen. Achtsamkeit in den Alltag einzubauen haut hier die Bremse rein und schenkt euch ein paar ruhige Minuten, in denen ihr euch neu sammeln und Kraft tanken könnt. Sehr einfach und gleichzeitig enorm effektiv: Probiert es gerne aus! Ich wünsche euch viel Freude dabei!

Tipp: Die Übung funktioniert im Herbst natürlich auch mit bunten Blättern oder mit anderen Dingen aus der Natur. 😉

Achtsamkeitsübung mit Kindern: Pusteblumen-Reise

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